Eine emotionale Achterbahnfahrt und Nervenkitzel pur erlebten die rund 250 Zuschauer am Mittwochabend auf dem Sportplatz in Heimersheim gegen den Ligafavoriten Inter Sinzig.
Gleich der Beginn der Partie war vielversprechend, denn der SGL gelang das, was sie lange missen ließ – mit der ersten Chance direkt ein Tor zu erspielen. Den perfekt getimten Pass von Florian Wassong auf seinen Mitspieler Florian Schäfer verwandelte Schäfer in der 12. Minute gekonnt zum Führungstreffer.
Obwohl der SGL-Knoten geplatzt zu sein schien, dominierten die Gäste aus Sinzig den Beginn des Spiels, hatten deutlich mehr Spielanteile und nutzten diese in Person von Rückkehrer Jan Rieder auch konsequent aus. Einen langen Ball auf Gästekapitän Yannick Schweigert legte dieser in den Rückraum auf den eingelaufenen Rieder, der zum Ausgleich traf (23.) und die stärkste Phase der Sinziger einläutete: Max Blohm vergab zwei aussichtsreiche Chancen. Meris Ramiç, Ex-Heimersheimer, verwandelte die Ecke durch einen fulminanten Schuss aus 25 Metern in den rechten oberen Winkel.
Kurz vor Halbzeit-Ende setzte sich Jan Rieder mit dem letzten Angriff der 1.Halbzeit in der Mitte durch und platziere den Ball links zum 1:3 und damit zum Ausbau der Sinziger Führung.
Nach der Halbzeit zeigte sich dann ein ganz anderes Bild: Die Einwechslung in der zweiten Hälfte von Alban Bardiqi erwies sich als taktisch klug und weitsichtig. Fortan präsentierte sich die SGL spielerisch und kämpferisch überlegen und drückte die Gäste eindrucksvoll in deren Hälfte. Folgerichtig gelang dem Team in der 66. Spielminute der vielbeschworene „Dosenöffner-Moment“ durch einen schönen Distanzschuss von „Jules“ Heimermann, der vom Gästekeeper Niklas Mohr-Rausch noch herausragend an den Pfosten gelenkt wurde. Den Nachschuss per Volley aus rund 12 Metern verwertete Fatlum Canolli dann aber knapp unter die Latte zum Anschluss. Nur zwei Minuten später traf Kapitän Kevin Hoss sensationell per direkter Ecke zum umjubelten 3:3 Ausgleich. Und in der 78.Minute wurde das Spiel dann komplett auf den Kopf gestellt: Einen harmlosen Schuss von Ivan Bossauer konnte Keeper Rausch nicht festhalten, so dass Jonas Schäfer blitzschnell schaltete. Auch wenn sein Nachschuss noch pariert werden konnte, hatte der Sinziger Torwart gegen Dane Irmgartz allerdings keine Chance mehr. Beim 4:3 kannten die Emotionen auf beiden Seiten dann schließlich keine Grenzen mehr und bei einem Sinziger Spieler überschlugen sie sich förmlich. Zunächst mit einer Verwarnung gemassregelt, folgte nach Diskussionen mit dem Schiedsrichter Ronny Jäckel die gelb-rote Karte, worauf der Sinziger den Schiedsrichter anging und beleidigte, so dass letztlich die Partie abgebrochen wurde. Am kommenden Mittwoch wird verhandelt, ob man das Spiel wertet oder nicht. Man kann allerdings aber sehr stark davon ausgehen, dass bei den Umständen das Spiel für unsere SGL gewertet wird.
„Spiele gegen Inter Sinzig waren in dieser Saison immer etwas ganz Besonderes. Das 1:3 kurz vor der Halbzeit war erstmal ein großer Dämpfer, aber wir haben in der Kabine deutlich formuliert, dass wir bis zum Ende an uns und die Partie glauben müssen. Und heute haben wir alle, Spieler und Fans zusammen, gezeigt, was Glaube, Wille und Kampfgeist alles bewirken können. Obwohl wir als Verein keine Schuld hatten, bedauern wir aber auch natürlich, was in der 81.Minute dem Schiedsrichter widerfahren musste. Sowas ist dann die hässliche Seite der Emotionalität im Fußball, und wir hätten auch nach so einem Comeback gerne das Spiel dann über 90 Minuten noch beendet und gewonnen. Wir müssen noch den Mittwoch abwarten, aber es spricht eigentlich alles dafür, dass wir am 21.Mai gegen Plaidt in Gering das Finale bestreiten werden.“, so die Worte der glücklichen Trainer Gerguri und Irmgartz.
EIN GROẞES LOB UND DANKE AN UNSERE FANS, DIE UNS BIS ZUM ENDE GEPUSHT HABEN !